Geld- und Bankwesen.

 

Im Schutzgebiet gilt die Reichsmarkrechnung. Sämtliche Münzen, welche auf Grund reichsgesetzlicher Bestimmungen im Deutschen Reiche gesetzliche Zahlungsmittel sind, gelten auch in T. als solche. Auch Reichskassenscheine werden bei allen amtlichen Kassen zu ihrem Nennwert in Zahlung genommen. Von den öffentlichen Kassen des Schutzgebietes werden auch englische Gold- und Silbermünzen in Zahlung genommen, und zwar nach dem Wertverhältnis von 1 Pfund Sterling = 20 M. Mariatheresientaler, welche in früheren Jahren im Sudan eine gangbare Münze waren, dürfen nur mit Genehmigung des Gouverneurs eingeführt, aber weder in Zahlung gegeben noch genommen werden. Im Jahre 1905 hat die Deutsch - Westafrikanische Bank (s. Bankwesen) eine Niederlassung in T. gegründet.

Im Jahre 1912/13 betrug der Gesamtumsatz der Bank 31 Mill. M, der Umsatz an Wechseln nach Europa insgesamt 2 272 460 M, an Solawechseln 668 343 M. Beim Inkassogeschäft betrugen die Aufträge 120 000 M. Der Gesamtumsatz beim Kontokorrentverkehr betrug: Einzahlungen 8 573 000, Auszahlungen 8 479 000 M, Depotinhaber waren 160 Personen, davon 102 Eingeborene. -Am 1. Juli 1910 wurde die Sparkasse der Deutsch - Westafrikanischen Bank in Lome eröffnet. Ende Dez. 1912 hatten 291 Einleger ein Guthaben von 72 727 M in der Kasse liegen. Von den Einlagen entfielen 29 793 M auf 26 Europäer und 42 934 M auf 265 Eingeborene. Deutsches Geld wird in allen Teilen des Schutzgebietes auch von Eingeborenen in Zahlung genommen. Die früher als Zahlungsmittel unter Eingeborenen überall gebräuchliche Kaurimuschel ist in Süd - T. vollständig verdrängt; ein gleiches Schicksal steht ihr in Mittel- und Nord - T. bevor. S. a. Geld und Geldwirtschaft.

 

Geld- und Bankwesen