Bodengestaltung

 

Zwischen dem in ziemlich gerader Linie sich hinziehenden Strande und der Lagunenniederung, welche im allgemeinen parallel zum Strande und in einer Entfernung von 1 1/4 - 3 km von ihm verläuft, erhebt sich ein sandiges Dünengebiet, welches nur eine Meereshöhe von wenigen Metern erreicht. Bei Anecho verengt sich dieser Dünenstreifen zu einer äußerst schmalen Landbrücke, welche in Jahren außerordentlichen Hochwassers von den vom Haho- und Schiofluß zu Tal geführten Wassermassen durchbrochen wird.

Die Neigung des Meeresbodens seewärts ist eine sehr geringe. Die Lagunenniederung selbst durchquert in der Nähe der Küste das ganze Schutzgebiet. Sie bildet das Bindeglied zwischen der auf englischem Gebiet gelegenen Kittalagune und dem Lagunensystem, welches sich quer durch Dahomé bis Lagos und noch weiter nach Osten erstreckt. Während im Westen die Lagunenarme meist ausgetrocknet und nur in regenreichen Jahren größere Tümpel enthalten, wird der mittlere und östliche Teil der Lagunenniederung durch den Schio, Haho- und Monufluß gespeist (s. Lagunen). - An die Lagunenniederung schließt sich nordwärts ein ziemlich ebenes, nach dem Innern zu sanft ansteigendes, im Süden ziemlich flach, im Norden stärker gewelltes Gebiet an, welches sich bis an das Togogebirge ausdehnt.

Im östlichen Teil des Schutzgebietes erstreckt es sich weit ins Innere fast bis an das Quellgebiet des Monu, wo es eine Seehöhe von 400 m erreicht. - Im östlichen Teil dieses flachen, nach dem Innern zu ansteigenden Gebietes erheben sich bei Sagada und östlich von Atakpame vereinzelt, weiter im Norden, besonders am linken Ufer des Ogu bei Kamina, zahlreiche Inselberge, deren relative Höhe zwischen 70 und 200 m schwankt. - Das eigentliche zentral gelegene Togogebirge nimmt seinen Ausgang in der englischen Goldküstenkolonie; zwischen Kpong und Anum wird es vom Volta durchbrochen.

Die Hauptkette überschreitet die deutsche Grenze zwischen Kpéwe und Bame, wo sie einen bequemen Paß für den Übergang aus dem Dsawoë ins Dajital bietet. Sie zieht sich als schmales Gebirge zunächst in nordöstlicher Richtung, verbreitert sich aber bei den Landschaften Awatime und Kpoëtá zu einem eine größere Hochfläche tragenden Massiv. Dieses findet durch die Kameschlucht einerseits, den Einschnitt des, Ahäbaches, eines Zuflusses des Todschië, andererseits und den beide verbindenen Francoispa￟ einen gewissen Abschluß. Fast parallel zu dieser Hauptkette, von dieser durch das Tal des Dsawoë getrennt, läuft eine Nebenkette, welche eine Fortsetzung der auf englischem Gebiet gelegenen Akwamukette bildet, die auf deutschem Gebiet zunächst in den Mepe - und Dewúbergen, hauptsächlich aber in dem zwischen Etoë und Wuáme sich hinziehenden Gebirgszug zum Ausdruck kommt.

Die letztgenannten Bergzüge bilden keine zusammenhängende Kette, sondern erscheinen als einzelne in sich geschlossene Bergzüge, die sich unmittelbar aus der Ebene erheben. Die genannte Nebenkette schließt sich westlich Wuáme an das Hauptmassiv an, bleibt aber von diesem getrennt durch einen vom Oberlauf des Todschië gebildeten tiefen Einschnitt. Die Ränder der beiden genannten Gebirgszüge Fallen sowohl nach Westen als auch nach Osten ziemlich gleichmäßig steil ab. - An den Francoispaß nördlich anschließend bildet das Gebirge eine Hochfläche, welche die Landschaft Kuma und Teile verschiedener anderer Landschaften umfaßt, deren Grenzen auf ihr zusammenstoßen. Nach Norden zu verbreitert es sich und bildet die Hochfläche von Daji.

Die Verbreiterung des Gebirges nimmt nach Norden ganz erheblich zu, der Ostrand d es Gebirges ladet weit nach Osten aus, und an jener östlichsten Stelle sendet das Gebirge einen Rücken in südostlicher, ja sogar südlicher Richtung bis Atakpame vor. Das Gebirge bildet an seiner breitesten Stelle die mächtige Hochfläche von Akposso. Es verengt sich nach Norden zu wieder, verschiedene Hochflächen tragend, welche den Gebieten von Kebu, Adele, Atjuti und Fasau angehören. - Von. der Kameschlucht verläuft der steil abfallende Westrand des Gebirges, unterbrochen durch die tiefen Einschnitte zahlreicher Flüsse, im allgemeinen in nördlicher Richtung bis zu dem zwischen Fólo und Kambambore zungenförmig vorgeschobenen Abfall zum Mo- bzw. Kamassefluß (s. Tafel 189). - Der durch tiefe Einschnitte mehrerer Flüsse unterbrochene Ostrand des Gebirges fällt bis zu seiner südöstliehen in der Richtung nach Atakpame führenden Abbiegung gleichfalls ziemlich steil ab.

Von hier ab bildet er keine steile Wand mehr, sondern geht als mannigfaltig gegliedertes Bergland allmählich in die Ebene, zum Teil auch in, das zentrale Gebirge östlich begleitende, vielfach inselartig erscheinende Bergzüge über. - Von der Fasauhochfläche abzweigend dehnt sich zunächst in nordöstlicher, später in nördlicher Richtung, und zwar bis über Tabalo hinaus, das Bergland von Tschaudjo aus; es fällt dort zu einer Senke leicht ab und steigt erneut an zu der in westöstlicher Richtung streichenden Sudu - Dakohochiläche.

Das Bergland von Tschaudjo fällt nach. Südosten ganz allmählich zur Monuebene ab. Wesentlich steiler ist der nordwestliche Abfall in die vom Mo und Pémpëu durchflossene Ebene. Geteilt wird das Tschaudjobergland durch den tiefen Einschnitt des Moflusses, der auf der Sudu - Dakohochfläche entspringt und nach Durchquerung der Timebene das Tschaudjobergland in südwestlicher Richtung durchbricht. - Die Sudu - Dakohochfläche fällt ziemlich steil sowohl nach der sie südlich umgebenden Tim-, als auch nach der nördlich gelegenen Karaebene ab. - Die Seehöhe der erwähnten, vom zentralen Togogebirge gebildeten Hochflächen schwankt zwischen 500 und 850 m.

Aus den Hochflächen sich erhebende Berge erreichen Höhen bis zu 1000 m. - Das oben beschriebene zentrale Togogebirge wird auf der Ostseite von meist inselartig sich erhebenden Bergen und Bergmassiven begleitet. Als solche sind zu erwähnen die Kadangaberge, der Adaklu, das Agumassiv, zahlreiche kleinere Berge und Bergzüge zwischen dem Agumassiv und der östlichsten Ecke des Hauptgebirges bei Atakpame, der Gibia, die Bergkette westlich Dofoli, der Fupa - bo und die Adjobugruppe, das Korongagebirge und einige nordöstlich davon gelegene Inselberge. - Im Westen dagegen sind dem zentralen Togogebirge vielfach größere zusammenhängende Gebirgsketten vorgelagert.

Die südlichste davon ist eine niedrige, zwischen dem Volta und dem Unterlauf des Daji sich hinziehende Bergkette. Auf sie folgt nördlich das Kunjagebirge (von Dr. Gruner nach der Ewe - Bezeichnung Amandeto Sechsherrenstock genannt), neben diesem herlaufend, von ihm durch ein Tal getrennt, die zwei Parallelketten von Santrokofi und Akpafu, Baïka und Tetémang, die sich nordwärts über Gjasekang hinaus bis an den Ménu fortsetzen. Weiter nach Norden folgt der Opránazug, westlich davon der Gebirgszug von Tapa und der zwischen beiden gelegene niedrigere Woraworazug. Nördlich davon schließt sich ein mächtiger Gebirgszug an, der vom mittleren Asuokoko bis zum Tscháï reicht. Von Nun ab wird das zentrale Togogebirge im Westen nicht mehr von geschlossenen Bergketten begleitet; doch sind ihm zwischen dem Tscháï und dem Mo vielfach kleinere, inselartig sich erhebende Berge vorgelagert.

Die das zentrale Togogebirge westlich und östlich begleitenden Gebirgsketten und Massive erreichen häufig die Höhe des Hauptgebirges; der Agu scheint das Hauptgebirge sogar zu überragen. - Gleichsam als nördliche Fortsetzung des zentralen Togogebirges erscheinen die am nördlichen Ufer des Mo beginnenden, über Bassari, Kabu und weiter nördlich bis zum Kara sich hinziehenden Berge. Ihr Charakter unterscheidet sich aber ganz wesentlich von dem des zentralen Togogebirges. Während letzteres eine durchaus zusammenhängende massive Gebirgskette ist, welche breitere und schmalere Hochflächen trägt, haben erstere den Charakter von Inselbergen oder inselartig sich erhebenden Berggruppen (s. Tafel 189). Die höchste unter ihnen, das Bassarimassiv, erreicht eine Höhe von rund 690 m.

Einen ähnlichen Charakter tragen die westlich gelegene, dem Tal des Katscha, eines Nebenflusses des Mo, entlanglaufende Gruppe von Bergen, deren nördlichste Erhebung der bekannte Eisenerzberg Djole (490 m ) bei Banjeli ist, ferner mehrere zwischen der Bassari - Kabugruppe und der Sudu - Dakohochfläche sich erhebende bis hart an den Kara reichende Berggruppen. - Nördlich der Sudu - Dakohochfläche breitet sich die Karaebene aus. - Nördlich des Kara, bei Pesside beginnend, erhebt sich wieder eine in nordöstlicher bis nördlicher Richtung streichende massive Gebirgskette, das aus zwei schmalen Parallelketten bestehende Ánimagebirge, dem östlich die breite Lóssohochfläche angegliedert ist, und das nördlich anschließende Gebirge von Difále, welches gleichfalls aus mehreren Parallelketten besteht, und an das sich das Ujéma- und Mássedegebirge angliedert.

Die nördliche Fortsetzung der Ánimaund Difálebergketten ist das Tambermagebirge; in zwei getrennten Ketten überschreitet es die Grenze Togos und geht auf französischem Gebiet in die sog. Atakorakette über. In einem tiefen Einschnitt trennt der Kerang, der Oberlauf des Kumaga, die Tambermaketten von den südlich gelegenen Difáleketten. Östlich des Ánima- und Difálegebirges mit den ihnen angegliederten Hochflächen bzw. Massiven erheben sich inselartig die Ssirka-, Kabure -, Láma-, Téssi-, Bufale (Ssola-) und Pídaberge. Auch im Westen sind der Ánimá-, Difále-, Tambermagebirgskette zahlreiche, jedoch bedeutend kleinere Inselberge vorgelagert.

Westlich des das Schutzgebiet fast in seiner ganzen Längenausdehnung von Südsüdwest nach Nordnordost durchziehenden Gebirges, breitet sich eine ungeheure nach Norden zu sanft ansteigende Ebene aus, welche vom Volta und Otifluß durchströmt wird und trotz der vorhandenen Bodenwellen ein weit ausgedehntes Tiefland darstellt. - Im nördlichsten Teil wird dieses Tiefland unterbrochen durch ein aus dem englischen Gebiet von Gambaga her nach Osten riegelartig vorstoßendes Gebirge, welches Höhen von über 500 m erreicht. Während dieses Gebirge nach Süden, zu in schwacher Neigung in die Ebene übergeht, weist es nach Norden zu einen außergewöhnlich steilen Abfall auf. Bei Bog u wird es durch eine tiefe Mulde unterbrochen, welche beiderseits von ziemlich steil abfallenden Wänden begrenzt wird; torartig gewährt diese Mulde einen bequemen Übergang in die nördlich des Gebirges gelegene Ebene. Von Bogu aus streicht das Gebirge mehr in nordöstlicher Richtung weiter und findet in Natjintendi seinen Abschluß.

 

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