1756 lebten Menschen in Düren monatelang in Bretterhütten

Als das Beben die Stadtmauer zerriss
 

ren (an-o/fe). Einstürzende Häuser, wankende Burgen, Menschen unter Trümmern - hat es alles schon bei Erdbeben in Düren gegeben. Denn das Dürener Land war schon immer Deutschlands Erdbebenzentrum.

Das erste Erdbeben in Deutschland, das sicher dokumentiert ist, ereignete sich am 4. April 1640 in Düren. Historische Urkunden erzählen, wie "viel Gebäud aus ihren Fundamenten verrückt und die menschen mitsamt den betten in die Höhe gehoben wurden". Mauern seien in Düren gespalten, in Köln habe es "ein Stück von der Stadtpforten übern Haufen geworfen".

Die schlimmsten Beben bundesweit

Rund ein Dutzend Erdbeben sind in der Dürener Stadtgeschichte erwähnt. Die schwersten waren die Erdstöße von 1755 und 1756. Es sind zugleich die schlimmsten Erdbeben, die sich je in Deutschland ereignet haben.

Vom Dezember 1755 bis ins das Jahr 1757 hinein gab es fast 100 Erdstöße. Alle paar Tage wankte der Boden. Dabei lagen die Zentren gar nicht bei Düren, sondern bei Eschweiler und Gressenich.

Besonders das Beben der Stärke 8 am 18. Februar 1756 richtete schwere Verwüstungen an. Es war sogar in London zu spüren. In Aachen wurde eine Frau von Mauersteinen erschlagen, an der Nideggener Burg war "das Mauerwerk dergestalten eingefallen und zerschmettert", dass die Burg unbewohnbar war.

Erdschlund tat sich auf

Im Wehebachtal tat sich ein Erdschlund auf, der später zur Touristenattraktion wurde. Berichte, dass "300 Häuser darinnen stehen könnten" waren aber wohl übertrieben.

An der Stadtmauer von Düren wurden nach dem Februar-Beben 18 Risse zwischen Kölntor und Obertor gezählt. "In den gärten vor der Stadt seynd hütten von bretter aufgerichtet worden", heißt es in der Chronik von Düren. Die Menschen haben dort "auch fast den gansen winter geschlafen, in forcht die häuser würden einstürzen".

 

Das grosse Erdbeben von 1755/56