Gewässer

Die bedeutendsten Stromgebiete des Schutzgebietes sind die des Volta (s. d.) und des Monu (s. d.). Getrennt sind sie durch das das Schutzgebiet von Südsüdwest nach Nordnordwest durchstreichende Gebirge, welches im wesentlichen als Wasserscheide zwischen beiden angesehen werden muß. Der Volta durchströmt mit seinen wichtigsten linken Nebenflüssen, dem Daka oder Kulukpene und dem Oti (s. d.) das ungeheure Tiefland, welches sich westlich des erwähnten Gebirges in einer unabsehbaren Fläche bis weit in das Gebiet der englischen Goldküste hinein ausbreitet. Der Monu (s. d.) durchfließt in südlicher Richtung die östlich des Togogebirges bis weit ins französische Dahomégebiet sich ausdehnende Ebene, welche in schwacher Neigung zur Küste abfällt. - Zwischen dem Togogebirge und dem Monu liegen noch die Flußgebiete des Schio (s. d.) und des Haho (s. d.). -Die beiden genannten Flüsse nehmen ihren Ursprung im zentralen Togogebirge und münden in den Togosee (s. d.). -

Ferner sind noch die Lagunen (s. d.) zu erwähnen, welche in ihren wesentlichen Linien parallel zur Küste verlaufen. - Was die Meeresverhältnisse betrifft, so steht an der ziemlich geradlinigen Küste jahraus, jahrein eine starke Brandung, welche um die Mitte des Jahres oft eine außerordentliche Heftigkeit erreicht; das Durchfahren der Brandung mit Booten, das auch unter gewöhnlichen Verhältnissen nicht ganz gefahrlos ist, wird um diese Jahreszeit durch die außerordentlich starken, oft rasch nacheinander aufkommenden Brecher manchmal zur Unmöglichkeit.

Ein in früheren Jahren noch nie beobachteter Seegang hat am 17. Mai 1911 eine eiserne Ladebrücke, welche über 300 m weit in die See hinausgebaut war, zerstört. Die Wogen des Meeres waren an jenem Tage so hoch, daß das Brückenende zeitweilig völlig unter dem Wasser verschwand, und daß die hoch über dem normalen Wasserstand liegenden Dächer der auf dem Brückenende stehenden Kräne von, der See weggenssen wurden. Am schwächsten ist die Brandung in der Regel in den Monaten November bis Februar. Längs der Küste streicht fast das ganze Jahr über eine starke südwestliche Strömung. Diese in Verbindung mit der starken Brandung hat zur Folge, daß die vom Wasser bespülten Sandmassen sich in unaufhörlicher Bewegung in östlicher Richtung befinden.

Auf die beiden erwähnten Kräftewirkungen ist es zurückzuführen, daß häufig Teile des Strandes an einer Stelle weggespült, an anderer wieder angespült werden. Gewaltig waren die Sandmassen, welche einst an der Stelle angespült wurden, an welcher ein Schiff in Nacht und Nebel in der Nähe des Strandes auf Grund geriet. In kurzer Zeit war so viel Sand angespült, daß man trockenen Fußes vom Strand an den Schiffskörper gelangen konnte. Diese Sandmassen wurden ebenso rasch wieder weggespült, nachdem es gelungen war, das Schiff vom Strand abzubringen.

In den Monaten Dezember und Januar setzt der Strom häufig um und kommt aus östlicher Richtung. Der flache Einfall des Meeresbodens und die Brandung zwingen die Schiffe, in einer Entfernung von mindestens 350 - 400 m vom Strande zu ankern. Der Meeresboden bietet an der Togoküste überall einen vorzüglichen Ankergrund. Vereinzelt treten in nächster Nähe des Strandes unter Wasser kleine Riffe auf, die aber für die Schiffahrt keine Bedeutung haben, da sie im Bereich der Brandung, also außerhalb des Anker- oder Fahrbereichs der Seeschiffe liegen.

 

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