Das Hohe Venn

Das Hohe Venn (französisch Hautes-Fagnes) ist eine schildförmig gewölbte Hochfläche beiderseits der belgisch-deutschen Grenze am Übergang von den Ardennen zur Eifel.

Das von den Zuflüssen der Rur entwässerte Hochplateau wird durch flache Mulden und einzelne Höhenrücken gegliedert, die bei Botrange in Belgien mit 694 Metern ihre höchste Erhebung erreichen. Sein geologischer Untergrund besteht hauptsächlich aus tiefgründig zu lehmigen Böden verwitterten Tonschiefern aus dem Paläozoikum. Klimatisch hebt sich das Hohe Venn durch kühle Sommer, lange, schneereiche Winter und hohe Niederschläge (im Jahresdurchschnitt bis etwa 1 300 Millimeter) von den benachbarten Landschaften ab. Der Wasserüberschuss, der im lehmigen Boden nicht versickern kann, hat weitflächig Moorbirkenwälder, Moorheiden und Hochmoore entstehen lassen. Diesen Mooren (mittelhochdeutsch fen) verdankt die Hochfläche ihren Namen. Seit 1960 gehört das Hohe Venn zum Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes-Venn/Eifel.

Das Hohe Venn ist eine einzigartige Landsachft. Durch die überdurchschnittlich hohen Niederschläge die auf das Hohe Venn niedergehen, entstand in den letzten Jahrtausenden ein Hochmoorgebiet. Die Menschen machen sich dies auf dem Plateau zunutze. Mit insgesamt 15 Talsperren, die über einen Stauinhalt von insgesamt 350 Millionen Kubikmeter verfügen, ist der Naturpark ein überdimensionaler Wasserspeicher.

Im Osten des Venns schließt sich die Rureifel mit großen Wäldern, z. B. dem Kermeter, und dem tief eingeschnittenen Rurtal an, im Süden liegt die Hocheifel mit ihren hohen, bewaldeten Bergrücken sowie dem idyllischen Tal der Our an der Grenze zu Luxemburg.

Die Kalkeifel am Ostrand des Naturparks ist wärmer, trockener und stärker durch Ackerbau geprägt als die benachbarten Gebiete. Mit ihrer besonderen Flora, besonders im Frühjahr wenn hier die Narzissen blühen, und ihrem Fossilienreichtum bietet die Kalkeifel Naturerlebnisse von grosser Seltenheit.

Im Naturpark bestimmen überwiegend Dörfer und kleine Städte wie Monschau, Prüm und Bitburg den Charakter der Landschaft. Hier ist das Leben noch traditionell und ländlich geprägt.

Hohes Venn