Klima

K. bildet klimatologisch kein einheitliches Gebiet. Es liegt auf der Grenze zweier großer klimatischer Provinzen, einmal der Sahararegion und andererseits des Kongobeckens. Dazu tritt der tief einschneidende Winkel der Bucht von Guinea, die das Klima des Gebietes beeinflußt. -Luftdruck und Winde. Wenn die Sonne südlich des Äquators steht, bildet sich über Südafrika ein Minimum, das dann mit der Sonne allmählich nach Norden wandert und im Juli über der Sahara mit einem Luftdruck von ca. 756 mm steht.

Wir haben dann eine vorwiegend südliche Luftbewegung. Einerseits reicht der Südostpassat dann bis in den Süden von K. hinein, andererseits wird er durch das Minimum abgelenkt und in einen Südwestwind verwandelt. In der heißen Zeit haben wir also abwechselnd Winde aus Osten, Südosten und Südwesten. Dagegen haben wir im Januar, wenn das Minimum in Südafrika liegt, und über der Sahara ein relativ hoher Luftdruck von 760-764 mm herrscht, eine vorwiegend nordsüdliche Luftbewegung. Dieser zuweilen kalte und staubtragende Nordwind, der zur kalten Jahreszeit vorherrscht, führt in Togo den Namen Harmattan (s. d.).

Außer diesen allgemeinen Luftströmungen herrscht an der Küste überall der tägliche Wechsel von Land- und Seewind. Am Tage erhitzt sich das Land, und es findet eine Luftbewegung vom kühlen Meere zum Lande statt. Der Vorgang ist dann in der Nacht der umgekehrte. Der tägliche und der jährliche Gang des Barometers ist wie im ganzen Tropengebiet ein sehr regelmäßiger. In Duala beispielsweise ist die tägliche Schwankung 3 mm, und die beiden Maxima liegen bei 9 Uhr 30 Min. vormittags und 10 Uhr 30 Min. nachmittags. - Temperatur. Die Temperatur ist von 3 Faktoren abhängig, vom Sonnenstand, d. h. vom Wandern der Sonne, von der Lage zur Küste und von der Meereshöhe. Obwohl K. nördlich des Äquators liegt, hat der Süden seine heißeste Zeit im Nordwinter.

Es liegt dann die Isotherme von 30° über der Kalahari in Südafrika, und die Isotherme von 28° umschließt noch die Mitte von K. Im Nordsommer ist das Hitzezentrum ins Innere der Sahara gerückt, die 32° Isotherme geht durch den Tsadsee, die 28° Isotherme geht wieder durch die Mitte K.s. Nach Lage und Höhe kann man nun verschiedene Regionen mit verhältnismäßig einheitlichem Klima unter scheiden. Das Küstenvorland besitzt eine im Verhältnis zu seiner äquatorialen Lage mäßig hohe Temperatur. Mehrere Gründe sind dafür maßgebend. Einmal reicht die kalte Benguellaströmung (s. d.) bis in diese Breiten, wenn auch Duala selbst die warme Äquatorialgegenströmung besitzt. Dann herrschen in dem ganzen Gebiet westliche, also vom Meere kommende und daher relativ kühle Winde vor.

Ferner ist das ganze Vorland mit Wald bedeckt, der überall zu einer Minderung der Temperaturextreme beiträgt. Es sind darum sowohl die täglichen wie die jährlichen Schwankungen der Temperatur sehr gering. Die jährliche Amplitude ist nur etwa 2-4°, und ebenfalls die tägliche Amplitude bewegt sich in gemäßigten Beträgen (etwa 2-8°). Der K.berg ragt als Kälteinsel aus dem Tiefland auf, da mit der Höhe ja die Temperatur abnimmt. In seinen höheren Teilen ist er aber kälter, als die Höhe allein es veranlaßt. Buea (980 m) hat eine mittlere Temperatur von 19,6°.

Plateaus zeichnen sich meist durch große Temperaturschwankungen aus, besonders sind die täglichen Amplituden und die extremen Temperaturen beträchtlich. Das ist auch bei dem Plateau von K. der Fall. Die jährliche Amplitude ist nur gering, nämlich ca. 2°. Die mittleren Jahrestemperaturen schwanken natürlich mit der Meereshöhe. Jaunde (731 m) hat 22,5°, Bali (1340 m) hat nur 18,1° mittlere Jahrestemperatur. Dagegen beträgt die mittlere tägliche Amplitude in Jaunde 10,5°, in Bali 11,1°. Die Massivregion von Nordadamaua wird sich im Gegensatze zu dem südlichen Plateau durch weniger extreme Temperatur auszeichnen, doch fehlen hier bisher Beobachtungen. Wenn wir noch weiter nach Norden gehen, nähern wir uns allmählich dem Saharagebiete, und damit wird das Klima kontinentaler und die Extreme größer. In Kuka z. B. haben wir ein Jahresmittel von 28,2°, die jährliche mittlere Amplitude beträgt 11°. Nach Osten zu, in der Gegend des Ubangi lassen diese Extreme wieder etwas nach. Im Ssangatiefland, sowie im südlichsten Teil des K.-Plateaus haben wir außerordentliche Gleichmäßigkeit der Temperaturen. Leranga (0° 40' s. Br., 17° 38' ö. L.) hat eine mittlere jährliche Schwankung von nur 2,1°. -Niederschläge.

Die Jahresmenge nimmt im allgemeinen im Kongogebiet von der Küste nach dem Innern zu, im mittleren K. dagegen umgekehrt von der Küste nach dem Innern ab. Die Beträge sind etwa an der Küste von Französisch-Kongo 1-1/2 m, am Kongo bis zu 2 1/2 m; an der K.-Küste 3-5 m, auf dem Plateau 1 1/2-2 m und in Garua 749 mm, in Kusseri nur noch 464 mm. Die größte Regenmenge fällt bei Bibundi und Debundja auf der Westseite des K.berges (10-11 m). Die Häufigkeit des Regenfalls nimmt ebenfalls von Süden nach Norden zu, ebenso nach dem Innern. Die regenbringenden Winde sind hauptsächlich die Westwinde, die vom Meere kommen, doch scheint auch das Kongobecken als Feuchtigkeitsreservoir zu dienen, so daß im südlichen K. auch die Südostwinde Regen bringen. Im allgemeinen gilt die Regel, daß Gebirge die Winde zur Abgabe ihrer Feuchtigkeit zwingen.

Daher haben wir überall an den Erhebungen und Gebirgsrändern große Regenmengen. Die jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge ist in den verschiedenen Gebieten eine verschiedene. Im Küstenvorland östlich des K.berges haben wir eine einzige Regenzeit mit ihrem Maximum im Juni bis September. Trockenzeit ist nur im Dezember und Januar. Nach Süden zu erfolgt allmählich ein Übergang in die Gebiete mit zwei Regenzeiten. Batanga, Jaunde, Kunde ist etwa die Grenze dieser Zonen. Nördlich dieser Grenze haben wir nur eine Regenzeit, wenn auch oft zwei deutliche Maxima angedeutet sind, im Süden haben wir zwischen den Regenzeiten eine Trockenzeit. Westlich des K.berges ist eine Zone, die nahezu gar keine Trockenzeit besitzt. Was die tägliche Verteilung der Niederschläge anlangt, so fällt an der Küste von K. ausnahmsweise der meiste Regen nachts, während er an der Kongoküste am Tage fällt, was den tagsüber wehenden Seewinden entspricht.

Im Innern dagegen haben wir überall den Regen zur Hauptsache während des Tages fallend. Duala hat fast 70 % Nachtregen, Jaunde dagegen 60 % Tagregen. Die Menge eines einzigen Regentages ist in unserem Gebiet oft sehr groß, an der Küste erreicht sie die größten Beträge. In Debundja erreichte das Maximum des täglichen Niederschlags im Juni 1902 456,2 mm, in Victoria 336 mm, in Bamenda nur noch 113 mm. Die Gewitterhäufigkeit nimmt wie die Regenhäufigkeit von Süden nach Norden zu. Ihren höchsten Wert erreicht sie in Baliburg mit über 200. Der jährliche Gang der Häufigkeit ist in der ganzen Kolonie ein gleicher, nämlich zwei Maxima im Zenitstand der Sonne, und zwar ist diese Periode auch dort vorhanden, wo die Regenzeit nur einmalig ist. Nur am Tsadsee hat die Gewitterhäufigkeit mit der Regenzeit nur eine einfache Periode.

Die Tageszeit, in der die meisten Gewitter auftreten, ist überwiegend der Nachmittag. Außer ziemlich häufig auf dem Hochlande auftretenden Hagelfällen haben wir auf dem K.berg eine zeitweilige Schneebedeckung. Ein Sinken der Temperatur unter den Nullpunkt und eine Eisbildung kommt auf den Hochländern wohl ebenfalls des öfteren vor. Für die Vegetation der Hochländer ist die starke Taubildung, die dort während der Trockenzeit überall morgens einsetzt, von großer Bedeutung. Der Feuchtigkeitsgehalt der Luft ist an der Küste sehr groß, besonders zur Regenzeit. Nach dem Innern zu nimmt er allmählich ab. In Duala beträgt die relative Feuchtigkeit etwa 80 %, am Tsadsee dagegen nur noch 65 %.- Die vorstehend abgedruckten von Dr. Heldke aufgestellten Klimatabellen geben über die Verhältnisse von Duala (Küste), Baliburg (Hochland von Südadamaua) und Kusseri (Logone-Tsadseebecken) Auskunft, die nebenstehende Tabelle über die Niederschlagsverhältnisse einer Reihe weiterer Orte.

 

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