Klima.

 

Im südlichsten Teile von Togo sind bei Tage südwestliche Winde vorherrschend. Der Seewind setzt in der Regel in den Vormittagsstunden ein; er erreicht im Sommer der Nordhalbkugel oft beträchtliche Stärken. Während der Nachtstunden wird der Seewind in der Regel abgelöst durch schwache, vom Land herwehende Winde, welche wahrscheinlich darauf zurückzuführen sind, daß des Nachts das Land in stärkerem Maße abkühlt als das Meer.

In Mittel - Togo herrschen von März bis Mai südliche bis südwestliche, von Juni bis Sept. westliche, Okt. und Nov. südöstliche und östliche, von Dez. bis Febr. nordöstliche und östliche Winde vor. Die Gewitterstürme (Tornados [s. d.]) kommen aus östlicher Richtung. In Nord - Togo wehen von April bis Aug. vorzugsweise südliche, im Sept. und Okt. südliche, südwestliche und östliche, von Nov. bis März nördliche und nordöstliche Winde. Die in Mittel - Togo in den Monaten Dez. bis Febr., in Nord -Togo von Nov. bis März herrschenden nördlichen und nordöstlichen Winde sind äußerst trocken. Mit ihnen ist am Tage eine außergewöhnliche Steigerung der Temperatur verbunden.

Sie setzen sich nach Süden bis ins Küstengebiet fort, wo sie allerdings unter dem Einflusse des Seeklimas an Intensität verlieren. Diese Winde führen feine Staub-, Ascheund Kohleteilchen mit sich. Die Hauptmasse des Staubes besteht nach einer von Dr. Koert vorgenommenen mikroskopischen Untersuchung aus Trümmern von Diatomeen, also aus den Panzern von Kieselalgen, über deren Herkunft noch keine sicheren Anhaltspunkte vorliegen. Die Ascheund Kohleteilchen rühren von den während der Trockenzeit häufig auftretenden Grasbränden her.

Die erwähnten Staub-, Asche- und Kohleteilchen verursachen eine starke Dunstbildung. Des Nachts sinkt die Temperatur um diese Jahreszeit recht empfindlich; besonders bemerkbar ist die nächtliche Abkühlung in leuchten Niederungen, wo die außergewöhnliche Lufttrockenheit die Verdunstung in hohem Grade begünstigt.

Die starke Temperatursteigerung am Tage ist eine Folge der intensiven Sonnenbestrahlung, die infolge Fehlens schützender Wolkenbildungen in der außer ordentlich trockenen Luft besonders wirksam ist (s. Harmattan). - Die Monate Juli und August, zeitweise auch noch Sept., sind die kühlste Jahreszeit; vom Sept. bzw. Okt. ab steigt die mittlere Temperatur an und erreicht, in den Monaten Febr. und März zeitweise im April und Mai ihren Höhepunkt, von da ab bis zur kühlen Jahreszeit fällt sie wieder ab. In den Monaten Juli und Aug. beträgt an der Küste die mittlere Temperatur 24 - 25°, im mittleren Togo ist sie etwas niedriger, im nördlichsten Teil des Schutzgebietes etwas höher. In den heißesten Monaten schwankt die mittlere Temperatur an der Küste zwischen 27 und 28°, im mittlereren Togo zwischen 27 1/2 und 30°, im nördlichsten, Teil des Schutzgebietes zwischen 30 1/2 und 31°. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt an, der Küste 26 bis 26 1/2 °, im Gebirge ist sie etwas niedriger, an nordwestlich des Togogebirges gelegenen Orten, wie Kete - Kratschi, Jendi, Sansane - Mangu, ist sie höher.

Die größten täglichen Temperaturschwankungen fallen in die Harmattanmonate Dez., Jan. oder Febr. Die größte Differenz zwischen dem mittleren Jahresmaximum und dem mittleren Jahresminimum zeigt der nördlichste Teil des Schutzgebiets (Sansane - Mangu). Am geringsten ist sie an der Küste. - In den Monaten Juli, Aug. und Sept., also in der kühlen Jahreszeit, ist der Luftdruck am stärksten, im März, also in der heißesten Jahreszeit, am geringsten. Der mittlere Luftdruck, (Jahresmittel) an der Küste beträgt ca. 759 mm, in Bismarckburg (Seehöhe 710 m) 699,3 mm in Sansane - Mangu (Seehöhe 160 m) 746,6 mm. - Die Guineaküste zwischen Lome und Akra ist ein überaus regenarmer Landstrich.

Sowohl in östlicher Richtung nach Dahomé und Südnigerien zu, als auch in westlicher Richtung gegen Axim und die Elfenbeinküste zu nehmen die jährlichen Niederschlagsmengen wieder ganz wesentlich zu. Lome stellt mit einer mittleren jährlichen Niederschlagsmenge von 723 mm (Mittel aus 12 - 14 Beobachtungsjahren) den regenärmsten Punkt des Schutzgebietes dar. Die höchsten Regenmengen weisen die im zentralen Togogebirge gelegenen Orte Amedschovhe und Misahöhe auf mit einer mittleren jährlichen Regenmenge von 1658 bzw. 1639 mm (Mittelwert aus 6 - 7 bzw. 14 - 17 Beobachtungsjahren).

Weiter nach Norden zu nehmen die Niederschlagsmengen im zentralen Togogebirge etwas ab (Bismarckburg 1389 mm, Mittelwert aus 7 Beobachtungsjahren). Ebenso sind die Niederschläge in den das zentrale Gebirge seitlich begleitenden Bergzügen etwas geringer; sie werden um so geringer, je mehr sich die Beobachtungsorte der Küste nähern, bzw. je weiter sie vom Gebirge ab nach Norden vorrücken; Sansane - Mangu hat eine durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge von 1077 mm (Mittelwert aus 6 - 7 Beobachtungsjahren). -

Im südlichen Teil von Togo sind die Monate April bis Juni in der Regel die regenreichsten Monate; in den Monaten Juli und Aug. fallen sehr geringe Niederschläge; zeitweise sind die genannten Monate sogar völlig trocken; im September nehmen die Regen wieder zu, und im Oktober wird ein zweites Maximum an Regenfällen erreicht, das aber stets geringer bleibt als jenes in den Monaten April - Juni; im November nehmen die Niederschläge ab und bleiben von Dez. bis Febr., also in der Harmattanperiode äußerst gering; erst im März setzen die Gewitter ein und bringen der während der Harmattanzeit ausgetrockneten Natur den ersehnten Regen. -

Im mittleren Togo ist die Verteilung des Regens ähnlich, nur mit dem Unterschied, daß das zweite Regenmaximum in den Monat Sept. fällt, und daß die Abnahme der Niederschläge im Juli und Aug. nicht so auffallend ist wie in Süd - Togo; auch der Unterschied zwischen dem ersten Regenmaximum April-Juni und jenem im Sept. ist nicht so stark wie der Unterschied der beiden Regenmaxima in Süd - Togo In Mittel - Togo ist das zweite Regenmaximum häufig größer als das erste. - Im nördlichsten Teil von Togo ist die Verteilung der Regen wesentlich verschieden von jener in Süd - Togo Die Trockenzeit ist ausgedehnter; die Monate Nov. bis Febr. sind häufig absolut trocken, manchmal auch noch der März. Von April ab setzen die Regen ein, welche in den Monaten Juli bis Sept. ihren Höhepunkt erreichen, also gerade in der Jahreszeit, in welcher in Süd - Togo eine kleine Trockenperiode eintritt. Im Okt. lassen die Regen wieder nach. -

Die absolute Luftfeuchtigkeit ist in der Nähe der Küste hoch. Sie ist am geringsten im Aug., also zur kältesten Jahreszeit; sie nimmt bis zum November, also bis kurz vor Einsetzen der Trockenzeit zu, und nimmt dann bis Februar wieder etwas ab; sie nimmt erneut zu im März, also bei Beginn der ersten Regen, und nimmt von da bis Aug. wieder ab. Im mittleren Teil von Togo ist die absolute Feuchtigkeit ebenfalls im Febr. am geringsten; sie erreicht im April ihren Höhepunkt, nimmt bis Juli etwas ab, bis September wieder etwas zu, ohne jedoch die Höhe im April zu erreichen, und nimmt von da ab wieder ab.

In Nord - Togo erreicht die absolute Feuchtigkeit in den Monaten Juli bis Sept. ihren Höhepunkt, sie ist am geringsten in den Monaten Januar und Februar; ein geringfügiger Rückgang tritt in Nordtogo im August ein. Während die absolute Feuchtigkeit an der Küste zwischen 19 und 23 schwankt, liegt die Schwankung in Nord - Togo zwischen 4,1 und 19,6. Die nachstehenden, von Dr. Heidke aufgestellten Tabellen geben über die Klimaverhältnisse von Kpeme, (Südtogo) und Sansane - Mangu (Nordtogo), sowie über die Niederschlagsverhältnisse von Bassari, Kete -Kratschi, Atakpame und Misahöhe Auskunft.

Klima