Missionen.

Die christliche Mission, war in K. schon vor der deutschen Verwaltung tätig. 1845 errichtete die Baptisten-Missionsgesellschaft in London von Fernando Po aus ihre erste Niederlassung in Duala. Sie wurde von dort im Jahre 1858 von der katholischen Mission, die die Unterstützung, des spanischen Gouverneurs von Fernando Po hatte, verdrängt und verlegte ihren Sitz in die Ambas-Bucht, wo sie Victoria gründete.

1886 ging diese Niederlassung an die evangelische Baseler Missionsgesellschaft über. 1889 kam es aber zwischen den dortigen eingeborenen baptistischen Christen und der Baseler Missionsgesellschaft zum Bruch, da die baptistischen Christen sich den strengeren Forderungen der Baseler Missionsgesellschaft in der Frage der Sklaverei und der Vielweiberei und in anderen Fragen nicht anpassen wollten, und die eingeborenen baptistischen Christen sonderten sich als selbständige christliche Gemeinden von der Baseler Missionsgesellschaft ab.

1890 sandte die Missionsgesellschaft der deutschen Baptisten einige Missionare nach K., um diese selbständigen Gemeinden zu unterstützen. Es war aber auch diesen baptistischen Missionaren nicht möglich, mit den eingeborenen Baptisten zusammen zu arbeiten, wenn auch die Verbindung nicht vollständig abgebrochen wurde. Im Süden K.s wirkt seit 1885 die amerikanische Presbyterianermission, die sich schon im Jahre 1847 weiter südlich in Französisch-Gabun niedergelassen hatte und mit der Begründung der deutschen Herrschaft in K. ihre Tätigkeit auf dieses Gebiet ausdehnte (s. Mission, 2. evangelische und die einzelnen Missionsgesellschaften). - Die katholische Mission wird durch das apostolische Vikariat K. mit dem Sitz in Duala geleitet.

Bis vor kurzen war die katholische Mission nur durch die Pallottiner-Kongregation vertreten. Die Propaganda in Rom hat jedoch neuerdings der Genossenschaft der Priester vom Herzen Jesu, Missionshaus Sittard, einen Missionsbezirk im Norden K.s übertragen, der das ganze Adamaua-Gebiet von Kunde nordwärts bis zum 10° n. Br. und die angrenzenden Teile Neu-K.s umfassen. Solange der Norden des Schutzgebietes aus politischen Gründen für die Tätigkeit der Missionen noch nicht freigegeben werden kann, wirkt die neue Mission im Bezirke Bamenda, der zum Gebiet der Pallottiner Mission gehört (s. Mission, 3. katholische und die einzelnen apostolischen Vikariate und Missionsgenossenschaften).

Die Tätigkeit der Missionen hat sich bisher hauptsächlich auf das Küstengebiet und das ihm zunächst liegende Hinterland beschränkt. Im Norden ist sie schon etwas weiter bis Bamenda und Bamum und im Süden bis Jaunde vorgedrungen. Der Norden des Schutzgebietes ist, wie vorstehend bereits angedeutet, für die Missionierung bisher noch nicht freigegeben worden, da die hier zu lösenden Fragen über die Beziehungen der christlichen Missionen zum Islam noch nicht genügend geklärt erscheinen. Neben der eigentlichen christlichen Missionierung entfalten sämtliche Missionsgesellschaften auch auf dem Gebiete des Unterrichtswesens (s. o. Nr. 16. Schulen), des Sanitätswesens, der Erforschung des Landes, der Bevölkerung und der Sprachen eine umfangreiche Tätigkeit. In Neu-K. ist, soweit bekannt, bisher noch wenig Missionstätigkeit ausgeübt worden. Es befindet sich lediglich im Munibezirk eine kleine Niederlassung der Söhne vom Heiligsten Herzen (Vikariat Gabun).

 

Missionen