Serengeti

Der Serengeti Nationalpark im Nordosten Tansanias wurde 1941 eingerichtet und verfügt über eine Fläche von 14 763 Quadratkilometern. Weltweit bekannt wurde der Park durch die Filme von Bernhard und Michael Grzimek “Kein Platz für wilde Tiere” und “Serengeti darf nicht sterben”, der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Der Park besteht vorwiegend aus einer baumarmen, ebenen Grassavanne sowie Trockenwaldzonen und Dornbuschsavannen. Die Serengeti zählt zu einem der wildreichsten Gebiete der Erde.

Zu den häufigsten Tierarten gehören Zebras, Gnus und Gazellen. Elefanten, die hier nicht einheimisch sind, wanderten seit den sechziger Jahren in das Gebiet ein und richteten zum Teil erhebliche Schäden an Bäumen an. Daneben leben in der Serengeti u. a. Kaffernbüffel, Giraffen, Leoparden, Löwen, Antilopen, Flusspferde, Nashörner und Hyänen sowie zahlreiche Vogelarten. Elefanten und Nashörner sind von Wilddieben bedroht, die nach wie vor ein Problem für die Parkverwaltung darstellen. Der Serengeti Nationalpark wurde 1951 gegründet. Er verfügt über die größten  Bestände an Savannentieren  in Afrika. In dem Nationalpark leben   u. a. Weißschwanzgnus, Zebras, Gazellen, Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen, Leoparden, Geparden, Hyänen, Flusspferde, Affen, Schakale sowie 200 verschiedene Vogelarten. Fast ein Viertel von Tansania besteht aus Naturreservaten oder Nationalparks. Somit verfügt dieses Land über die größte Fläche geschützten Landes auf dem ganzen Kontinent.

Die Serengeti, die von der UNESCO zum Naturerbe der Menschheit erklärt wurde, wird in jahreszeitlichen Rhythmen von Tieren durchwandert. Während der Trockenzeit wandern Millionen von Tieren in den westlichen Teil des Parks und kehren anschließend in den Ostteil des Serengeti Nationalparks und den angrenzenden Masai Mara Nationalpark in Kenia zurück.

Mehr als 1 Mio. Weißbartgnus, etwa 100 000 Zebras, etwa 7000 Masai-Giraffen, bis zu 150000 Thomsongazellen mehr als 1000 Afrikanische Elefanten, bis zu 3000 Löwen, sieben Mangustenarten, Leoparden, Geparde, Tüpfelhyänen, Goldschakale, Servale und Zibetkatzen über 300 Vogelarten, u. a. Kronenkranich, Helmperlhuhn und Gelbkehlpieper das ist die Fauna der Serengeti

Weite Ebene - in der Sprache der Maasai: Serengeti. Ein Land, so groß wie Schleswig Holstein. Ein Land der Wildtiere. Ein Land der Schöpfung.

Von Ferne erscheint der See rosa - durch das Gefieder tausender Flamingos. 500 verschiedene Vogelarten leben in der Serengeti. Die Ebenen sind fette Weidegründe für Millionen Grasfresser: Gnus Gazellen, Antilopen, Zebras.Die Flusspferde verlassen nur nachts ihre Tümpel und laufen auf der Suche nach Futter bis zu 10km weit. Tagsüber schützen sie ihre empfindliche Haut im Wasser und liegen dabei normalerweise so regungslos wie moosbewachsene Steine.

Giraffen sind elegante Erscheinungen. Sie haben einen charakteristischen Gang und tragen ihren Kopf meist hoch erhoben. Giraffen sind auf die Blätter der Akazienbäume spezialisiert. In dieser Höhe macht ihnen niemand das Futter streitig, zu ihren Füßen können sie daher ruhig andere Wiederkäuer dulden. Geparden sind die schnellsten Tiere der Welt. Beim Schlussspurt der Jagd rennen sie mit über 100km/h. Allerdings lohnt diese Anstrengung kaum, wenn Löwen in der Nähe sind, die ihnen die Beute wieder abjagen könnten.

Meistens ziehen die Beutetiere unbeeindruckt an den Räubern vorbei. Sie scheinen zu spüren, wenn eine Raubkatze hungrig ist. Der König der Tiere führt ein lockeres Regiment. Eigentlich herrscht er gar nicht. Die Jagdversuche sind meistens erfolglos.Geier sind keineswegs nur Aasfresser. Die größten unter ihnen, die nubischen Geier, können durchaus selbst eine Antilope schlagen. Der Schakal muss sehen, was übrigbleibt. Aber Resteverwertung ist schließlich auch eine wichtige Aufgabe.Serengeti - schon der Name weckt die Sehnsucht nach einer intakten Natur. Wer geduldig ist, dem bleibt der Nationalpark tatsächlich kaum einen Passagier von Noahs Arche schuldig.

Wenn Löwen sich paaren, bleiben sie zwei Tage zusammen und kopulieren pünktlich alle 30 Minuten. Löwen haben ein entwickeltes Sozialleben, das von den erwachsenen Weibchen eines Verbandes bestimmt wird. Schwestern, Mütter und Töchter gehen gemeinsam auf Jagd und kümmern sich auch gemeinsam um die Aufzucht der Jungen.

Die Hyraxen werden von den Menschen nur als possierliche Spaßmacher zur Kenntnis genommen - und hoffentlich nicht gefüttert. Die kleinen Nager suchen den Schutz der Nähe menschlicher Behausungen. Für ihre genetisch nächsten Verwandten, die Elephanten, hingegen ist der Mensch der größte Feind. Elfeinbeinjäger haben ihre Zahl arg dezimiert. Seitdem die Serengeti Nationalpark ist und die Schutzmaßnahmen immer besser greifen, erholen sich die Herden wieder. Es erfordert einzige Disziplin, die Tiere nicht zu stören. Aber nur, wenn die Besucher sich an bestimmte Wege und Zeiten halten, kann es überhaupt Besucher in der Serengeti geben. Es wäre schade, wenn man dieses einmalige Weltnaturerbe der Menschheit vor den Menschen gänzlich verschließen müsste, um es zu erhalten.


Ngorongoro

Der 8 288 Quadratkilometer große Ngorongoro Nationalpark liegt im Norden der Republik Tansania, zwischen dem Nationalpark Serengeti und der Stadt Arusha. Der Ngorongoro-Krater mit einem Durchmesser von 16 bis 19 km einer der größten Calderen der Welt.

Das nach einer gewaltigen Caldera im so genannten Hochland der Riesenkrater benannte Naturreservat zählt zu den bekanntesten und ökologisch wertvollsten Schutzgebieten der Erde, leidet jedoch stark unter der Überweidung durch die Viehherden der Masai, die an den Rändern des Nationalparks leben. Über Tag treiben die Massai ihre Viehherden in den Krater und lassen es hier Seite an Seite mit den Wildtieren weiden. Dies hat zu einer totalen Überweidung des Gebietes geführt.  Es wurde deshalb von der UNESCO nicht nur zum Weltnaturerbe erklärt, sondern ist auch auf der „Roten Liste der Welterbestätten” verzeichnet.

Am Grund des 600 bis 700 Meter tiefen vulkanischen Kessels sammelt sich das Wasser in einigen Seen und Quellen, an denen die Weide- und die Wildtiere auch in den Trockenzeiten trinken können. Mit Ausnahme der Giraffe kommen alle typischen Tierarten der ostafrikanischen Savanne im Nationalpark Ngorongoro vor, verschiedene Gazellen und Antilopen, Gnus, Zebras und Kaffernbüffel, dazu Löwen und Geparde sowie einige der seltenen, durch Ausrottung stark bedrohten Spitzlippennashörner.

Akazienwälder und Grasland mit Akazienarten wie Acacia xanthophloea sind die vorherrschende Vegetation. Bis zu 4000 Kaffernbüffel, einige Elefanten und Anubispaviane, 7000 Weißbartgnus, 4000 Steppenzebras, 3000 Thomsongazellen, Löwen, Servale und Schakale, zudem wenige, von der Ausrottung bedrohte Spitzmaulnashörner ommen hier vor.

Am Rand des Kraters liegen die Gräber der beiden deutschen Zoologen Michael Grzimek, der hier bei Drehabeiten zum Film “Serengeti darf nich sterben” bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, und Bernhard Grzimek, dem langjährigen Direktor des Frankfurter Zoos. Er ist dem deutschen Publikun durch seine Fernsehsendung “Ein Platz für Tiere” bekannt.


Kilimandscharo

Im Grenzgebiet zwischen Tansania und Kenia erhebt er sich majestätisch aus der ostafrikanischen Ebene heraus. Gekrönt wird der Kilimandjaro das ganze Jahr über von einer Haube aus Schnee auf seinem Gipfel. Doch meist ist dieser von Wolken verhangen.

Und so machen sich jährlich Tausende auf den Weg zum Gipfel, um zu sehen, ob so nahe am Äquator tatsächlich Schnee liegt. Oder ob sich möglicherweise doch eine weiße Schlange um die 5895m hohe Spitze windet, wie es die Legende besagt.

Der Berg ist zum Nationalpark erklärt. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass seine Gletscher unaufhaltsam abschmelzen. Durch das Wasser aber bleibt vielleicht der Regenwald mit seiner unbeschreiblichen Artenvielfalt am Fuße des Giganten erhalten.

Der Kilimandscharo ist seit 1921 Waldschutzgebiet, seit 1973 Nationalpark; mit einer Höhe von bis zu 5892 m (Gipfel des Kibo), sechs Waldkorridore mit einer Fläche von 753,53 qkm und einem umgebenden Waldschutzgebiet von 929,06 qkm; vulkanisches Massiv mit einer Fläche von 3885 qkm und drei Vulkangipfeln Shira (3962 m), Kibo und Mawenzi (5149 m), zwischen Kibo und Mawenzi auf dem sogenannten »Sattel« größtes Hochflächentundragebiet  Afrikas,  zweimalige Regenzeit: Nov./Dez.; März bis Mai. Wurde 1987 in das Weltkulturerbe des UNESCO aufgenommen.

Die vorherrschende sind Vegetationsformen Bergwald, Hochlandmoor und alpine Tundra; die Flora weist nur wenige Arten oberhalb von 4600 m, aber Helichrysum newii auf einer Höhe von 5760 m gefunden; auch Baumheide und das Proteusgewächs Protea kilimandscharica, Senecio johnstonii cottonii, nur hier oberhalb von 3600 m vorkommend und zur Gattung Greiskraut gehörend, unterhalb der Baumgrenze Steineibenarten und Baumfarne; Abbotducker, Kronenducker, Elenantilope, Buschbock, Bergriedbock, schätzungsweise 220 Elefanten, Primaten wie Diademmeerkatze und Kilimandscharo-Guereza, zudem Leopard und Bergwald-Baumschliefer.

Die Eroberung des Kilimandjaro

Der Gouverneur in Mombasa hatte den deutschen Missionar gewarnt, um Himmels Willen den Berg nicht zu besteigen. Er sei von bösen Geistern bewohnt...Johannes Rebmann bestieg ihn nicht, aber er war 1848 der erste Europäer, der ihn gesehen hat:den großen Kilimandscharo und seinen eisbedeckten Gipfel, den Kibo.

Rebmann wurde ausgelacht. Schnee in Afrika, nur 300km vom Äquator entfernt? - eine solche Vorstellung konnte nur in einem Kopf entstehen, der zu lange der Hitze des schwarzen Kontinents ausgesetzt war. Wahrscheinlich hätten sich die geographischen Gesellschaften noch eher mit der alten afrikanischen Vorstellung angefreundet, um den Gipfel des Kilimandscharo winde sich eine riesige weiße Schlange. Der Kibo aus der Ebene ist ein seltener Anblick. Meist ist der weiße Gipfel wolkenverhangen. Um ihn zu sehen, muß man sich schon in die Luft begeben - oder den mühsamen Aufstieg wagen.

Erste Etappe: der Dschungel, der Regenwald, der morgens ein Nebelwald ist. Die Wanderung durch den Dschungel dauert heute längst nicht mehr so lang wie vor hundert Jahren, als die ersten europischen Expeditionen den Gipfel stürmen wollten. Und das liegt nicht nur an modernerer Ausrüstung - der Regenwald ist viel kleiner geworden. Mancherorts ist der grüne Gürtel um das Kilimandscharo-Massiv nur noch einen Kilometer breit. Der Rest wurde abgeholzt. Holzplantagen stehen an seiner Stelle. Künstliche Kargheit und Brückenköpfe menschlicher Besiedlung statt dichter Vegetation und ungestörtem Tierleben.

Der Wald wird mit zunehmender Höhe zu dichtem Gestrüpp. Ab ungefähr 3800 Metern läßt das Klima nur noch eine Gras- und Heidelandschaft zu, die Moorlands.Wir sind auf dem Shira-Plateau. Der Shira ist eigentlich einer der drei Gipfel des Kilimandscharo-Massivs. Abgeflacht durch die Jahrtausende stehen aber nur noch Teile des Kraterrandes. Hier endlich hat man Wolkendecke und Bäume hinter sich gelassen, und ein ungestörter Blick auf den Kibo eröffnet sich. Der Berg hüllt sich nur noch in ein paar dünne Schleier, (um seinen nackten Gipfel interessanter zu machen.)

Nachts ist es hier immer unter Null Grad, tagsüber kann es richtig heiß werden. Die Pflanzen haben sich angepaßt. Eine Riesenlobelie öffnet ihre fleischigen wasser- und wärmespeichernden Blätter nach durchfrorener Nacht den ersten Sonnenstrahlen.Weiter oben, am Ende der schiefen Shira-Ebene ist die Vegetation noch weiter ausgedünnt. Meterhohe Riesen- Senezien ragen vor der kargen Landschaft auf. Nach ihnen gibt es nur noch Steine und Geröll, ein paar Vögel - und den majestätischen Anblick des Silberbergs.

Schaut man hinunter, erscheint noch das Shira-Plateau als eine rauhe grüne See; dann hüllt sich alles in kalten Dunst. Niemand weiß, was Büffel in so großen Höhen suchen. Pflanzen finden sie hier nicht, nur Kälte und Tod.

Lava-Tower. Bis hierher war es vergleichsweise einfach. Nur die Höhe machte zu schaffen. 1887 versuchte der Leipziger Geograph Hans Meyer zum ersten Mal, den Kibo zu besteigen.

Er kam den Gletschern nahe, bezwingen konnte er sie nicht. Auf 5000 Metern mußte er im dichten Schneetreiben aufgeben.

Erst zwei Jahre später stand er - der Leiter einer mehrer hundert Mann starken Expedition - als erster namentlich bekannter und beglaubigter Mensch auf dem Gipfel. Dem Uhuru-Peak, dem Freiheitsgipfel. 5895 Meter hoch.

Erst jetzt mochten die Gelehrten in Europa glauben, daß es so nahe am Äquator einen Schneegipfel gibt.

Allerdings mußten auch schon in früheren Zeiten Menschen zu den Kibogletschern vorgedrungen sein. Wie hätte es sonst zu der schon im Altertum bekannten Sage vom Silberberg kommen können?

Silber, das sich in Wasser verwandelt, wenn man es in die Ebene trägt.

Für Ernest Hemingway war der Kilimandscharo "weit wie die ganze Welt", und "unvorstellbar weiß in der Sonne". Das wird nicht mehr lange so sein. Die Kibo-Gletscher schmelzen ab. Ihre Masse hat seit 1972 bereits um 95% abgenommen. Der Staub, den die vielen Geländewagen in den Savannen aufwirbeln, speichert die Sonnenwärme. Brandrodungen verstärken den Treibhauseffekt. Niederschläge sind selten geworden. Im Jahr 2030 wird es wohl keinen Schnee mehr auf dem Kilimandscharo geben. Das Silber des Berges wird sich in Wasser verwandelt haben.

Als Hans Meyer am 6.Oktober 1889 endlich ganz oben war, auf dem höchsten Punkt Afrikas, auf dem Gipfel des höchsten freistehenden Berges der Welt, da überkam ihn eine weihevolle Stimmung. Er sah in den großen Krater und dachte an alle Opfer und Enttäuschungen der Jahre, in denen der Berg sein Lebensinhalt war.

Und dann blickte er mit einem Glücksgefühl und einer Zufriedenheit zurück auf die Stationen des Aufstiegs, wie wohl keiner der vielen tausend Bezwinger des Gipfels nach ihm.

Nur ihm und dem einzigen Begleiter, den er auf der letzten Etappe mitgenommen hatte, wollte - so war ihm - der Berg sein Geheimnis mitteilen.

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