5. Natürliche Einteilung.

Der Versuch einer geographischen Einteilung von D.-O. kann sich im wesentlichen auf das über Bodengestaltung, Gewässer und Klima Gesagte stützen, wird nur etwa noch gewisse Tatsachen aus der Pflanzenwelt zu berücksichtigen haben. All dem entsprechend werden die Landschaften D.-O.s in Gruppen anzuordnen sein. Es bleibt die Frage, wie weit denn die einzelnen Landschaften natürliche Einheiten sind. Im allgemeinen bedeutet die Landschaft einen Raum, der von einem Stamm oder einem bestimmten Teil eines Stammes erfüllt ist, der sprachlich oder mindestens politisch in sich abgeschlossen ist oder es wenigstens früher war. Es gibt aber Landschaften, die Angehörige mehrerer Stämme als einheimisch umfassen. Hierher gehören einige politisch besonders gut organisierte Landschaften. In vielen Fällen haben nun einzelne Stämme ein seinen natürlichen Eigenschaften nach einheitliches Gebiet allmählich ganz erfüllt. Das Land hat andrerseits manchmal auf seine Bewohner gewirkt, wenn es lange genug von ihnen bewohnt wurde. So kommt es, daß die Landschaften D.-O.s häufig, aber durchaus nicht immer, natürliche Einheiten sind. -

Jede der im folgenden genannten Landschaften usw. und viele andere sind in besondern Artikeln behandelt. Für die Einteilung von D.-O. grundlegend ist der Gegensatz zwischen dem aus jüngeren, flachlagernden Sedimenten bestehenden niedrigen Vorland (A) und dem zentralen Hochland (B), das aus Urgestein, älteren Sedimenten und jungvulkanischen Gesteinen aufgebaut ist. Im Vorland kann man hauptsächlich unter klimatischen und pflanzengeographischen Gesichtspunkten einen Küstenstreifen (A I b: Mrima) unterscheiden, dem die Inseln (A 1 a: Pemba, Sansibar, Mafia, Tschole, Ssonga-Manara, Kwale) sehr nahe stehen. Das übrige Vorland ist in zwei etwa durch das untere Rufijital, zugleich eine klimatische Grenze, getrennte Gebiete zu teilen, nördliches (A II: Bondei, Usigua, Usaramo, Ukami, Kutu) und südliches (A III) Binnenvorland. Der Süden zeigt entschiedene Gegensätze zwischen den küstennahen Berg- und Plateaulandschaften (A III a: Matumbiberge, Kissi, Noto, Muera, Makonde) und den zum Teil mit Inselbergen besetzten Flächen (A III b: Utete, Donde, Mlahi, Madjedje), die allmählich gegen das Urgesteinsland Ungoni ansteigen. - Die vielgestaltigste Unterabteilung des Hochlandes ist das Grenzgebiet, das Ostafrikanische Randgebirge (B I). Die nördliche Gruppe (B I a) dieser Gebirgsländer besteht aus Pare und Usambara, die mittlere, die von der Mkataebene, einem Anhängsel von A II durchzogen wird, aus dem vorgeschobenen Uluguru (B I b 1) und dem wenig getrennten Nguru und Ussagara (B I b 2). Ähnlich ist in der südlichen Gruppe die Lage von Upogoro (B I c 1) zu Uhehe (B I c 2), das sich von Ubena, im weiteren Sinn, und Ungoni (B I c 3) besonders auch durch die sehr andersartigen Formen der Ostgrenze unterscheidet. -

Kilimandscharo und Meru haben nach Entwässerung, Klima und Pflanzenwelt mehr Beziehungen zum Randgebirge als zum Binnenhochland, sind aber nach ihrem Bau mit den westlich angrenzenden Gebieten so sehr verknüpft, daß wir sie dem Binnenhochland (B II-VI) zurechnen, sie aber dort als besondere, wenn auch kleine Unterabteilung aufzählen (B II). Die angrenzenden abflußlosen Gebiete des Nordens (B III a) bestehen aus mehreren selbständigen Teilen, der Massaisteppe (B III a 1), die zeitweise am Rande entwässert wird, der Kette von kleinen Gebieten längs der Ostafrikanischen Bruchstufe (B III a 2: Magad, Lawa ja Mweri, Ufiome, Iraku, Irangi, Ugogo), dem Wembäre-Njarasagebiet (B III a 3: Wembäre, Njarasa, Issansu, Iramba, Turu, Ujansi), einschließlich des Hohenlohegrabens (s. d.). Weit getrennt von diesen liegt im Süden das abflußlose Gebiet des Rukwa (B III b: hierzu auch Unjika, Ufipo z. T). Das zentrale Hochland besteht im wesentlichen aus Groß-Unjamwesi. Zur weniger dicht bevölkerten Südhälfte (B IV a: Ugala, Ukonongo, Ukimbu) kann man noch als fremdes Grenzgebiet Ussangu und Usafua ziehen. Die Nordhälfte ist viel wichtiger (B IV b: Unjamwesi im engeren Sinn, Ussukuma, Ussumbwa). Die Eigenart der Randländer der großen Binnenseen (B V) besteht teils im Aufbau, teils in klimatischen, ferner auch in wirtschaftlichen Beziehungen zu den Senken in ihrer Mitte. Das Land um den Victoriasee (B V a, außerdem: Uschaschi, Ukerewe, Ussukuma z. T., Usindscha), das kleine Gebiet des Kiwu (B V b), das Gebiet des Tanganjika (B V c, außerdem: Uwinsa, Uwende, Ufipa z. T.) und das des Njassa (B V d, außerdem: Matengohochland, Livingstonegebirge, Konde) haben jedes seine besonderen Eigenschaften. Trotz der Nachbarlage zu zweien von ihnen ist das Zwischenseengebiet (B VI: Ruanda, Urundi, Uha, Ussuwi, Uheia, Buddu, Mpororo) in vieler Hinsicht ein Land für sich. Seine Westgrenze verläuft auf der Wasserscheide gegen Kiwu und Tanganjika, in seine Ostgrenze muß man wohl die Westküste des Victoriasees einbeziehen, die nach Klima und Pflanzenwelt den südlichen und östlichen Gestaden des Sees recht fern steht.

 

Natürliche Einteilung