In Merode wird jede helfende Hand benötigt

Merode. «Dank der ständigen Hilfe des Fördervereins, vieler Bürger, Vereine und Organisationen aus der Herrschaft wohnt meine Familie endlich wieder im Schloss. Aber wir werden noch ganz viel Geduld aufbringen müssen, bis alle Schäden des Feuers behoben sind.»

Prinz Charles-Louis de Merode ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung nach dem schrecklichen Großbrand vor knapp zwei Jahren, der weite Teile seiner Wasserburg zerstört hat.

Im Zuge der Restaurierung mussten der Prinz und sein Sohn, bei dem die architektonischen Fäden des Wiederaufbaus zusammenlaufen, zu ihrem Leidwesen immer wieder erkennen, dass Schäden auftauchten, die man kurz nach dem Unglück auf Anhieb gar nicht sehen konnte. Die alle zu beseitigen, dauert - und kostet.

Wieder in ihrem Schloss wohnen zu können - wenn auch vorläufig nur ganz spartanisch in einzelnen, kleinen Räumen in einem Turm -, hat der Familie auf jeden Fall großen Rückhalt für das Mammut-Projekt Wiederaufbau gegeben.

«Das ist eine große moralische Unterstützung, gibt Kraft für die anstehenden Projekte und hat viele Freundschaften aufgebaut», freut sich Charles-Louis de Merode. Schließlich sei dies alles auch ein Einsatz für ein historisches Gebäude.

Größer als der Feuer war im Innern der Wasserschaden durch die umfangreichen Löscharbeiten. An allen Ecken und Enden stößt man auf feuchte Decken, Wände und Böden. Tapeten und Putz haben sich gelöst. Teilweise hat sich schon Schimmel gebildet.

Aber wenigstens ist gut die Hälfte des Dachstuhls schon wieder drauf. Dabei haben Bürger aus der Herrschaft ganz fleißig in die Hände gespuckt. «Demnächst fangen wir mit dem Schiefern an.»

Was die Fassaden von Schloss Merode betrifft, hat man zunächst diejenigen renoviert, die nicht vom Feuer betroffen waren. In Absprache mit Dr. Octavia Zanger von der Denkmalbehörde, die bei allen Arbeiten ein wichtiges Wort mitredet, nutzt der Prinz die Gelegenheit, parallel auch alte Kriegsschäden zu beseitigen.

Dazu erhält die adlige Familie finanzielle Unterstützung von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Kölner Bezirksregierung sowie der Kulturstiftung der Sparkasse Düren. Den Anteil der finanziell bekanntlich arg gebeutelten Gemeinde Langerwehe wird der Förderverein für das Schloss Merode übernehmen.

Darüber hinaus hat das Feuer, so der Hausherr, die Wände teilweise dermaßen erhitzt, dass die Steine regelrecht auseinander gerissen wurden.

Bei der Innenrenovierung haben Vereinsmitglieder, aber auch viele Firmen und Bürger aus der Herrschaft längst fleißig Hand angelegt - und legen die auch künftig nicht in den Schoß. Dafür ist noch zu viel zu erledigen - gemeinsam.

Praktische, ehrenamtliche Hilfe, ohne die das Ziel wohl nie erreicht werden könnte und ohne die die prinzliche Familie dem Kreis Düren vermutlich längst den Rücken gekehrt hätte. Notdächer kamen drauf, ehe lädierte Decken und Wände abgetragen werden konnten.

Kennzeichen der Außenfassade sind die Gerüste, die auch noch eine ganze Weile stehen bleiben. «Dank der Gerüste haben wir an einigen Stellen völlig unerwartet die uralte Farbe wiedergefunden. Die wird jetzt so erneuert, wie sie ursprünglich war», sagt der Prinz. Bis die gesamte Fassade renoviert ist, werden noch etwa fünf Jahre vergehen, schätzt Charles-Louis.

In und an Schloss Merode werden aber nicht nur die Feuerschäden beseitigt: «Es wird auch ans öffentliche Gasnetz angeschlossen», verrät Ortsvorsteher Josef Schmitz-Schunken. Zudem sei geplant, die Abwasserprobleme des Schlosses noch in diesem Jahr mit Hilfe einer biologischen Kläranlage zu beseitigen.

Wer den Förderverein Schloss Merode in seinen Bemühungen um den Wiederaufbau der Wasserburg unterstützen möchte, sollte auf das Konto 1703794021 bei der Volksbank Düren (BLZ: 39560201) spenden.

 

Von Norbert Holthoff (27.04.2003 | 17:55 Uhr)
 

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