Pflanzenwelt

Wir kommen in K. von der Küste ausgehend in eine Reihe von verschiedenen Pflanzenformationen, die je nach Klima, Bodenbeschaffenheit und Höhenlage andere sind. Zwei große Formationen sind besonders charakteristisch, einerseits das Waldland und andererseits das Grasland. Diese beiden Formationen zeigen nun wieder eine Reihe von besonderen Ausbildungen, deren jede einem besonderen Typus entspricht, der über weite Strecken sehr gleichförmigen Charakter aufweist. An der Küste treffen wir zuerst auf einen Gürtel Urwald. -

Das Waldland.
Die Küsten der Ästuare sind von einem Gürtel von Mangrovewald umsäumt, dessen einzige Charakterpflanze die stelzfüßige Mangrove ist, die auf Brackwasser angewiesen ist. Aus dem Mangrovewald entwickelt sich allmählich der Sumpfwald mit dichtem Unterholz, dessen Charakterpflanzen Pandanus, Raphia, Phönixpalme (s. farbige Tafel) u. a. m. sind. Dieser wieder geht in den höheren Lagen in den eigentlichen tropischen Urwald (s. farbige Tafel), den immergrünen Regenwald über. Die Verbreitung dieses Waldes ist eine große in K. Er nimmt das ganze Vorland, sowie den Süden des Plateaus ein und geht unmittelbar in den großen zentralafrikanischen Urwald über. Die Bäume werden etwa 40-60 m hoch, und zwischen den 20 und mehr Meter hoch emporragenden Stämmen entwickelt sich ein Lianendickicht, doch tritt der kahle Erdboden oft zutage.

Die häufigsten in ihm vorkommenden Bäume sind der Wollbaum, der Mahagonibaum, der Rotholzbaum, dann die Ölpalme und endlich als wertvollster Bestandteil für die Ausnutzung die Kautschukarten Kickxia und die Liane Landolphia (s. Kautschuk). Der Hochwald verlangt 1500-2000 mm Niederschläge. Eine Unterabteilung des Hochwaldes ist der Alluvialwald, der auch dort gedeiht, wo weniger Niederschläge vorhanden sind, aber der Boden große Mengen von Feuchtigkeit enthält. Diese Waldformation entspricht dem Sumpfwald und enthält Raphia, Calamus, Lianen, im Gebirge auch Baumfarn, Aroideen u. a. m. Wird der primäre Urwald vernichtet, so regeneriert er nicht wieder, sondern es bildet sich nur der Buschwald aus Bäumen von 3-5 m Höhe mit sehr dichtem Unterholz.

Nur in sehr regenreichen Gegenden entsteht später wieder hieraus der Hochwald. Am K.berg finden wir zwischen 700-900 m den Ölpalmenwald, der als überwiegenden Baum die Ölpalme enthält. Wieder ein anderer Wald ist der nur über 1800 m Höhe auftretende Höhenwald, der bis 2700 m hinaufreicht, der einen großen Teil des K.berges bedeckt, aber wohl auch auf den Hochländern im Innern vorkommt. Ganz andere Waldarten finden wir in den Steppengebieten mit mehrmonatlichen Trockenzeiten. Das ist der Steppenbuschwald, dessen Bäume mäßig hoch, oft verkrüppelt, mit lederartigen Blättern oder sogar mit Dornen versehen sind. Eine Form dieses Waldes ist die Obstgartensteppe. Charakteristisch für ihn ist, daß die Bäume licht stehen, so daß die Kronen sich nicht berühren.

Eine andere Form ist der Laubbuschwald mit laubabwerfenden Bäumen. Einzelne hohe Bäume: Butterbaum, Leberwurstbaum, Tamarinde und auch Affenbrotbaum sind ihr eingestreut. Vorwiegend aus Akazien besteht der Dornbuschwald, der oft undurchdringlich für den Europäer ist. -

Das Grasland.
Die zweite auf den Gebieten mit Trockenzeiten vorkommende Pflanzenformation ist das Grasland, in dem Gräser die vorherrschenden Pflanzen sind. Die Gräser sind in Büscheln, die bis 30 cm auseinander stehen, angeordnet und erreichen beträchtliche Höhen. So ist das Elefantengras, das auf den Hochflächen in sehr weiter Verbreitung vorkommt, 6-7 m hoch. Das Grasland ist von dem, die Flüsse an beiden Seiten begleitenden Galeriewald und flachen, meist mit Sumpfwald bedeckten feuchten Niederungen unterbrochen. Der Urwald geht nicht direkt in das, Grasland über, sondern als Zwischenformation schaltet sich meist die Parklandschaft ein. Es ist das eine Landschaft, wo einzelne Waldparzellen mitten im Grasland auftreten, wiederum einzelne Grasparzellen mitten im Walde. Es sieht aus, als ob sich Grasland und Waldland gegenseitig bekämpfen.

Die Charakterbäume dieser Formation sind Borassus, Hyphaene, zwei Palmenarten, und Adansonia, d. i. der Affenbrotbaum. Ebenso wie beim Waldland ist der Übergang in den Steppenbuschwald vom Grasland aus ein allmählicher. Hier bildet die sog. Buschsavanne den Übergang. Es ist das eine Formation, in der Grasflächen mit Inseln und Streifen von Büschen und Buschwald abwechseln. - Was die Verbreitung dieser Formationen anbelangt, so folgen sie sich im allgemeinen als breite Streifen von Süden nach Norden, wobei einzelne Inseln besonderer Verhältnisse halber natürlich im Gebiete fremder Formationen auftreten. Der Mangrovewald bildet an der Küste einen schmalen Gürtel.

Dann beginnt der breite Gürtel des Urwaldes, dessen Nordgrenze sich an den Westhängen des Plateaus nach Süden zieht, etwa beim Sanaga das Plateau erklimmt und eben nördlich von Jaunde, Kam, Dumestation, Nola und weiter nach Osten sich hinzieht. Das Grasland, das die nächste Formation ist, nimmt das ganze übrige Plateau ein. Die Massivregion von Nordadamaua ist die Region des Laubbuschwaldes, und nur im nördlichsten Teil trifft man schon auf Dornbuschwald, der große Teile des Tsadseetieflandes einnimmt. Das Logone-Scharitiefland ist teilweise von schönem Weideland eingenommen, in dem einzelne Partien von Sumpfland vorkommen. Weiter im Süden scheint dagegen das Weideland teilweise wieder in die Laubbuschsteppe überzugehen.

 

Pflanzenwelt