Mit 840.000 Euro wird Hohes Venn renaturiert

Nordeifel. «Das grundsätzliche Problem ist, dass die Fichten die im Hohen Venn ursprünglich angesiedelte Pflanzen- und Moorlandschaft weitestgehend verdrängt hat», erklärt Stephan Miseré von der Biologischen Station im Kreis Aachen.

Das noch bis Mai 2004 Interreg-III-Projekt «Heiden und Moore» hat im Frühjahr mit Renaturierungsmaßnahmen in Venngebieten Simmeraths und Monschaus begonnen.

«Ein Drittel der Maßnahmen im Naturschutzgebiet Kranzbruch/Brückborn sind bereits durchgeführt», berichtet Miseré weiter. In Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Forstamt Hürtgenwald und der Unteren Landsachaftsbehörde des Kreises Aachen konnte die Biologische Station im Kreis bislang rund 17 Hektar Moor, Heide und Bachaue in einen naturnahen Zustand zurückversetzen.

So ist durchaus denkbar, dass schon in wenigen Jahren Spezies wie der Hochmoor-Perlmuttfalter und Pflanzen wie der Lungen-Enzian oder seltene Torfmoosarten wieder Einzug in die Nordeifel halten. Zu diesem Zweck soll auch eine Fortführung des Projektes - über Mai 2004 hinaus - beantragt werden.

Neben Flächen, die nach der Entfichtung sich selber überlassen bleiben, wird auf Teilflächen auch die historische Kulturlandschaftsnutzung wieder eingeführt. So werden heute über das Kulturlandschaftsprogramm des Kreises Aachen bereits wieder einige Flächen durch ortsansässige Landwirte bewirtschaftet. Durch die Wiedergewinnung von extensivem Kulturland entstehen für die ortsansässigen Landwirte wieder zusätzliche Einnahmequellen.

Zudem könnten durch die landschaftliche Aufwertung «weitere touristische Attraktionen für die Gemeinden in der zukünftigen Nationalpark-Region entstehen», denkt Stephan Miseré.

Das Projekt ist aber nicht nur für den Naturschutz von bedeutendem Nutzen: Durch das Interreg-Projekt wurden insgesamt Fördermittel in Höhe von 840.000 Euro - für die Nordeifel und Düren - in die Region geholt. Die Entschädigungszahlungen für schlechtwüchsige Fichtenbestände und die Auftragsvergabe in Zusammenhang mit der Maßnahmenumsetzung an ortsansässige Firmen sind gerade bei der derzeitig schlechten Wirtschaftslage ökonomisch bedeutsam. Besonders erwähnenswert sei auch, lobt Miseré, «dass einige Landwirte trotz sehr kurzfristiger Information über geplante Umsetzungsmaßnahmen bereit waren, die Forstunternehmen über ihre Grünlandflächen fahren zu lassen».
 

Renaturierung