Schulen.

Für den Unterricht weißer Kinder bestehen zurzeit in K. noch keine öffentlichen Schulen. Bei der geringen Zahl der weißen Kinder hat sich ein Bedürfnis dafür bis jetzt noch nicht gezeigt. - Die Schulen für den Unterricht der eingeborenen Kinder zerfallen in Regierungsschulen und Missionsschulen. Zurzeit bestehen 4 Regierungsschulen, nämlich in Duala, Victoria, Jaunde und Garua. Im Jahre 1912 wurden in Duala in 6 Klassen 362, in Victoria in 6 Klassen 257, in Jaunde in 3 Klassen 160 und in Garua in 3 Klassen 54 Schüler unterrichtet. In den ersten 3 Schulen wird der Unterricht von weißen Lehrern gegeben, während in Garua 2 farbige Hilfslehrer tätig sind.

Da die Schüler zum Teil von auswärts kommen, sind mit den Schulen Internate verbunden, in denen die auswärtigen Schüler untergebracht werden. Neben diesen Volksschulen hat die Regierung Handwerker- und landwirtschaftliche Schulen errichtet, nämlich in Buea eine Tischlerei, eine Polsterei und eine Druckerei, in Victoria im Anschluß an die Versuchsanstalt für Landeskultur eine landwirtschaftliche Schule, in der in einem dreijährigen Kursus Eingeborene zu landwirtschaftlichen Aufsichtsbeamten herangebildet werden. Bei der Aufnahme in diese Schule werden Absolventen der Volksschule bevorzugt.

Auf der landwirtschaftlichen Schule in Dschang werden die Schüler, meist Häuptlingssöhne, in Landwirtschaft, Gärtnerei und Viehzucht, daneben auch in deutscher Sprache unterrichtet. Auf den Regierungsschulen werden nur Knaben unterrichtet. Die Regierung hatte früher auch eine Mädchenschule unterhalten. Diese Schule wurde jedoch vor einigen Jahren wieder aufgelöst, und der Unterricht der Mädchen wird jetzt ganz den Missionsgesellschaften überlassen. - Neben den Regierungsschulen entfalten die Missionsgesellschaften (s. u. Nr. 15) eine ausgedehnte Tätigkeit auf dem Gebiete des Unterrichtswesens. Während in den Regierungsschulen 1912 nur 833 Schüler unterrichtet wurden, waren es in den Missionsschulen 42000.

Die Baseler Missionsgesellschaft unterrichtete im Jahre 1911 in 243 Dorfschulen 10522 Schüler und Schülerinnen, dazu kommen noch 233 Knaben in 5 gesonderten Knabenschulen und 273 Knaben in 3 Mittelschulen, 109 Mädchen in 2 gesonderten Mädchenschulen. Auf einem Gehilfenseminar wurden 55 Knaben zu Lehrgehilfen herangebildet. Die Baptistenmission unterrichtete in 5 Hauptschulen und 45 Volksschulen auf den Außenstationen im Jahre 1910 1755 Knaben und 78 Mädchen. In Duala hat sie ein Lehrerseminar errichtet. Die Presbyterianermission unterhält in Batanga, Efulen, Elat und Lolodorf 4 Knabenschulen und 4 Mädchenschulen und auf den Außenstationen 65 Dorfschulen. Sie hat im Jahre 1910 4680 Knaben und 370 Mädchen unterrichtet. Im Jahre 1911 ist die Zahl der Schüler auf 6975 gestiegen.

Der Knabenschule bei Elat ist eine Schule für die Ausbildung von Predigern angegliedert. Die Pallottinerkongregation hat im Jahre 1910 in 16 Stationsschulen und 72 Außenschulen 5807 Knaben und 665 Mädchen unterrichtet. Im Jahre 1911 ist die Gesamtzahl auf 7000 gestiegen. Auch mit den Missionsschulen sind, soweit es notwendig ist, Knaben- und Mädcheninternate verbunden. Für das Unterrichtswesen in K. ist die Schulordnung vom 25. April 1910 (Amtsbl. für K. 1910 S. 125 ff) maßgebend, der ein Lehrplan beigegeben ist. Danach steht die allgemeine Schulaufsicht über alle Schulanstalten dem Gouverneur zu. Neben der im Schulort herrschenden Eingeborenensprache darf keine andere lebende Sprache gelehrt werden als die deutsche; jedoch darf die Duala-Sprache in den Schulen, in denen sie bei Erlaß der Schulordnung neben der im Schulorte herrschen den Eingeborenensprache als Unterrichtssprache eingeführt war, noch 3 Jahre lang beibehalten werden.

Ein Schulzwang besteht nur für die Schüler, die ordnungsmäßig angemeldet worden sind. Die Missionsschulen, die bei der Verteilung der Schulbeihilfen berücksichtigt werden wollen, müssen ihren Unterricht nach dem Lehrplan des Gouverne- ments einrichten. Der Lehrplan regelt den Unterricht im Lesen, Schreiben, Rechnen, Zeichnen, in der deutschen Sprache, in den Anfangsgründen der Geschichte und in der Erd- und Naturkunde und sieht für diese Lehrgegenstände einen fünfjährigen Lehrgang vor.

Die übrigen Lehrgegenstände, wie Religion, Musik, Turnen usw., sind der Bestimmung der Missionsgesellschaften überlassen. Die Missionsgesellschaften haben ihren Schulen zahlreiche Handwerker- und landwirtschaftliche Schulen angegliedert, in denen vor allem Schreinerei, Schneiderei, Schusterei, Sattlerei, Ziegelbrennerei, Farmbetrieb und weibliche Handarbeiten gelehrt werden. In Neu-K. haben bisher französische Regierungs- oder Missionsschulen nicht bestanden. Die Konzessionsgesellschaften, haben das Recht gehabt, Eingeborenenschulen zu errichten. Eine solche Schule ist von der Compagnie forestière Sanga-Ubangi in Bania errichtet worden, in der etwa 50 Schüler vor allem in praktischer Arbeit unterrichtet wurden.

 

Schulen